„Bundesregierung bremst Digitalisierung der Landwirtschaft aus“

Die FDP-Abgeordnete Carina Konrad, stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses im Deutschen Bundestag, kommentiert die Aussagen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) zur Digitalisierung der Landwirtschaft. Anlässlich ihres Besuches auf einem Bauernhof in Argenthal (Rhein-Hunsrück-Kreis) hatte Klöckner am Dienstag die Bauern aufgerufen, digitale Technik verstärkt zu nutzen. Konrad weiß, dass die „politischen Rahmenbedingungen die Nutzung digitaler Technik vielerorts gar nicht zulassen“. Zwar gingen die Landwirte in Vorleistung, um digitale Technologien anzuschaffen, doch müsse „infolge dieser gigantischen Investitionen auch ein Mehrwert für den Verbraucher geschaffen werden“, so Konrad.

Die studierte und praktizierende Landwirtin Konrad bezeichnet die Landwirtschaft in Deutschland als „eine der digitalsten Sparten“. Laut Klöckner müsse die Anbindung des schnellen Internets an landwirtschaftliche Betriebe vorangetrieben werden. Das Problem sei, so Konrad, ja „nicht, dass die Bauern die Digitalisierung verschlafen hätten oder sich vor Investitionen scheuten“. Vielmehr, so betont die FDP-Politikerin, hätte die Union „klar ihr Ziel aus 2014 verfehlt, dass bis 2018 überall in Deutschland schnelles Internet zur Verfügung stehen soll“ – namentlich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), in dessen Ressort auch die digitale Infrastruktur fiel.

Auch die neue GroKo, prangert Konrad an, bleibe weit hinter den Möglichkeiten zurück: „Während zahlreiche Nachbarländer schon ins Ziel einlaufen, steht Deutschland bestenfalls in den Startlöchern und humpelt schwerfällig mit dem Krückstock los. Statt eines Digitalministeriums, das wir dringend bräuchten, haben wir ein Heimatministerium bekommen – damit bremst die Bundesregierung nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch die Entwicklung der ländlichen Regionen aus.“ Die beste Technik, erklärt Konrad, nutze den Bauern wenig, wenn das GPS-Signal auf dem Acker immer wieder abreiße. Agraranträge, die online zu stellen seien, könnten viele ihrer Berufskollegen auf dem Bauernhof nicht einmal runterladen. „Kein Mensch braucht diese ständigen Lippenbekenntnisse“, kritisiert Konrad. „Jetzt müssen endlich Taten folgen.“

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