Konrad kritisiert Wolfsmanagement als unzureichend

Berlin. Bereits vor einigen Monaten hatte die Bundestagsfraktion der Freien Demokraten einen Antrag eingebracht, um den unter Naturschutz stehenden Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Hintergrund war, dass Wölfe in Deutschland immer wieder Nutztiere gerissen hatten. In einer Fragestunde im Deutschen Bundestag in Berlin hatte die FDP-Abgeordnete Carina Konrad aus Rheinland-Pfalz unlängst die Frage gestellt, ob seitens der Bundesregierung bereits Maßnahmen eingeleitet worden seien, „um den günstigen Erhaltungszustand für die Art ‚Wolf‘ festzustellen“. In diesem Fall könnte man laut Artikel 16 der FFH-Richtlinie von den strengen Schutzbestimmungen abweichen.

Im Klartext heißt das: Wenn nachgewiesen wird, dass eine bestimmte Anzahl an Wölfen vorhanden ist, dürfen einzelne Wölfe getötet werden, um andere Tiere vor ihnen zu schützen. Rita Schwarzelühr-Sutter, parlamentarische Staatssekretärin des Bundesumweltministeriums, erklärte in der Fragestunde im Bundestag am Anfang Juni, dass diese Maßnahmen gar nicht notwendig seien, weil selbst im Falle eines ungünstigen Erhaltungszustands einer Art unter bestimmten Bedingungen eine Ausnahme zugelassen werden könne. „In der Regel ist davon auszugehen, dass eine Entnahme von Einzeltieren nicht zu einer Verschlechterung des Erhaltungszustands führt“, sagte Schwarzelühr-Sutter. Zuständig für die Beurteilung des Erhaltungszustands einer Art sei das Bundesamt für Naturschutz (BfN).

Carina Konrad, stellvertretende Vorsitzende des Agrarausschusses, kritisierte daraufhin, dass das Bundesministerium für Umwelt (BMU) die Bedrohung, die vom Wolf ausgehe, nicht ernst genug nehme. „Die Berufsschäfer, mit denen ich gesprochen habe, sind natürlich in großer Angst um ihre Tiere“, berichtet Konrad. „Man kann nicht auf der einen Seite verstärkte Weidetierhaltung fordern und auf der anderen Seite die Halter mit dem Herdenschutz alleine lassen. Die Schafhaltung ist wichtig zur Pflege unserer Kulturlandschaft.“ Für eine sinnvolle Maßnahme hält Carina Konrad, Gelder für wolfssichere Zäune bereitzustellen. Es müsse aber auch möglich sein, den Wolf wo nötig zu bejagen.

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