Unverantwortlich: Wurstwaren aus Ländern mit ASP

Deutsche Landwirte haben vielerlei Anlass zur Sorge, aber ein regelrechtes Damokles-Schwert, das derzeit über den Schweinebauern schwebt, ist die Afrikanische Schweinepest. Betroffene Länder sind die baltischen Staaten, Polen, die Tschechische Republik, Rumänien, Russland, Moldawien und Sardinien. Es gibt keinen Impfstoff gegen diese Virusinfektion und die Erkrankung führt so gut wie immer innerhalb von ein bis zwei Wochen zum Tod der Tiere. Die Ansteckung erfolgt von Tier zu Tier, aber auch über kontaminierte Lebensmittel.

Vor diesem Hintergrund ist es absolut unverantwortlich, dass Lebensmittel-Händler Wurstwaren aus osteuropäischen Ländern anbieten, wie etwa LIDL, der aktuell polnische Rohesser im Sortiment hat. Gerade aus Polen werden aktuell regelmäßig neue ASP-Fälle gemeldet. Nicht nur Wildschweine, sondern auch Hausschweine sind in Polen von dem Virus betroffen.

Die Folgen eines Ausbruchs der ASP in Deutschland wären für die schweinezüchtenden Betriebe verheerend: Sobald die Krankheit bei einem Tier nachgewiesen wird, muss der gesamte Bestand getötet und großflächige Schutzzonen mit strengen Handelsverboten müssen eingerichtet werden. Es versteht sich von selbst, dass dieses existenzbedrohende Szenario um jeden Preis vermieden werden muss.

Daher fordere ich alle Lebensmittel-Händler auf, Wurstwaren aus betroffenen Ländern umgehend aus dem Sortiment zu nehmen! Verbraucher sollten vom Kauf Abstand nehmen. Wer die Produkte bereits gekauft hat, sollte unbedingt verhindern, dass Reste z. B. in Mülltonnen am Straßenrand entsorgt werden, wo sich Wildschweine darüber hermachen könnten. Nur so können wir dazu beitragen, einen Ausbruch der Seuche in Deutschland zu verhindern.

Carina Konrad, MdB

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